Paul-Clemen-Preis.

Der Paul-Clemen-Preis ehrt junge Kunsthistoriker*innen, die sich der Erforschung der rheinischen Kunst widmen. Dabei zeichnen sich die Arbeiten durch gründliche, qualitativ hochwertige Forschung und detaillierte Ausarbeitung zu Kunstthemen und Denkmalpflege im Rheinland aus. Die Ausgezeichneten leisten damit einen wissenschaftlich und insbesondere kunsthistorisch wertvollen Beitrag für das Rheinland. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 EUR dotiert.

Die Vergabe ist grundsätzlich an eine Person vorgesehen, der Preis kann alternativ an zwei Personen zugleich vergeben werden; in diesen Fällen wird das Preisgeld geteilt. Falls sich keine geeignete Person findet, werden das Preisgeld und die Preisvergabe auf das folgende Jahr übertragen. Sollte sich im Folgejahr ebenfalls keine geeignete Person finden, so verfällt die Auszeichnung für den entsprechenden Vergabezeitraum.

Der*die geschäftsführende Direktor*in des Kunsthistorischen Instituts der Universität Bonn schlägt in Abstimmung mit den übrigen Vorschlagsberechtigten dem Landschaftsverband Rheinland Kandidat*innen vor. Über die Vergabe des Preises entscheidet der Kulturausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland.

Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie in den Richtlinien im Bereich "Downloads".

Der Namensvetter Paul Clemen begründete die rheinländische Denkmalpflege

Der Preis erinnert an den Bonner Kunsthistoriker Paul Clemen (1866–1947), der als erster Provinzialkonservator der Rheinprovinz die amtliche Denkmalpflege im Rheinland begründet hat. Als Lehrer und Schöpfer des Kunsthistorischen Instituts der Universität Bonn erforschte er außerdem die rheinische Kunst und Geschichte.

Aktuelle Preisträger*innen

Eine Frau in einem weinroten Blazer an einem Rednerpult.

20. November 2025

Der LVR hat Inga Scholl für ihre herausragende Dissertation mit dem Paul-Clemen-Preis ausgezeichnet. Der Titel ihrer prämierten Arbeit lautet: „Milli Schmitz-Steinkrüger, geb. Beckers (1907–2001). Textile Arbeiten im Dienste der katholischen Kirche. Mit einem Beitrag zur Entstehung des Symbolkreuzweges“. In ihrer Laudatio würdigt Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, die wissenschaftliche Pionierleistung der Preisträgerin. Mit dem Thema ihrer Arbeit über die Kölner Textilkünstlerin Milli Schmitz-Steinkrüger (1907–2001) habe sie kunsthistorisches Neuland betreten. „Die Dissertation von Inga Scholl holt eine Künstlerin aus der drohenden Vergessenheit ans Licht der Forschung. Ihr bedeutender Beitrag zur rheinischen Kunst des 20. Jahrhunderts ist bisher der auf Künstler konzentrierten Kunstgeschichtsschreibung entgangen.“

Foto: Uwe Weiser / LVR

Zu sehen ist eine Frau, die an einem Pult spricht.

21. November 2024

Der LVR hat die Kunsthistorikerin Hannah Schiefer für ihre herausragende Disseration mit dem Paul-Clemen-Preis ausgezeichnet. Der Titel ihrer prämierten Arbeit lautet: Handwerk und Baukunst. Zwischen „Einfall und leibgewordener Wirklichkeit“ im Werk von Ludwig Mies van der Rohe, Rudolf Schwarz und Peter Zumthor.
Die Dissertation von Hannah Schiefer stellt, laut Jury, eine ganz außergewöhnliche Leistung für die Architekturgeschichte des Rheinlandes im 20. Jahrhundert dar. Anhand von drei Architekten und drei Fallstudien habe sie das überaus komplexe Zusammenwirken von Planungsarchitekten und Bauhandwerkern bis in die einzelnen Entscheidungsprozesse hinein ausgeleuchtet. Frau Schiefer sei ein fulminantes Grundlagenwerk gelungen.

Foto: Uwe Weiser / LVR

Man sieht eine brünette Frau aus dem Profil, die an einem Redepult steht und in ein Mikrofon spricht.

18. April 2024

Der LVR hat Dr. Kathrin DuBois für ihre herausragende Dissertation mit dem Paul-Clemen-Preis ausgezeichnet. Bei der preisgekrönten Forschungsarbeit handelt es sich um eine zweibändige Monographie mit Werkverzeichnis über den früheren Direktor der Kunstakademie Düsseldorf: „Werner Heuser (1880-1964). Ein Künstler und Kunstakteur“. Die Arbeit setzt sich sowohl mit Heusers kulturpolitischer Rolle als auch mit seiner Kunst auseinander. In einer differenzierten Darstellung der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts zeigt sie ihn zugleich als Expressionisten und Neusachlichen sowie als einen der letzten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule.

Foto: Uwe Weiser / LVR

Die bisherigen Preisträger*innen finden Sie hier.