Die Preisträger*innen 2026
Der LVR zeichnet die AKV Sammlung Crous gGmbh mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Kultur" aus.
Der 1913 in Aachen geborene Journalist Helmut Crous begann nach dem Zweiten Weltkrieg Bücher, Grafiken und Dokumente zur Geschichte seiner Heimatstadt zu sammeln. So entstand eine bedeutende regionalhistorische Sammlung mit hunderten Druckschriften und Grafiken. Als Präsident des Aachener Karnevalsvereins von 1972 bis 1984 hat Helmut Crous dafür gesorgt, dass die Sammlung dauerhaft im AKV bewahrt werden sollte.
Seitdem hat sich die Sammlung mehr als verdoppelt. Unter dem langjährigen AKV-Präsidenten Dr. Werner Pfeil wurde sie durch zahlreiche Schenkungen und Ankäufe weiter ausgebaut: ob Geschichte, Politik und Wirtschaft, ob Architektur und Kunst, ob Kultur und Brauchtum – die Sammlung umfasst rund 5.000 Druckschriften, 800 Graphiken und 1.000 Fotografien. Das Fundament der Sammlung sind zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeitenden, die zuletzt die Bestände mit großem Engagement digital erschlossen haben. Künftig wird ein Online-Archiv die Sammlung auch von zuhause aus zugänglich machen.
Bild (v.l.n.r.): Heinrich Brötz, Beigeordenter für Bildung, Jugend und Kultur der Stadt Aachen; Thomas Salz, Schatzmeister AKV; Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Georg Helg, AKV Ehrenpräsident; Dr. Werner Pfeil, MdL und Vorsitzender Geschäftsführer der AKV Sammlung Crous gGmbH; David Lulley, Vorsitzender des Fördervereins AKV Sammlung Crous e. V.; Dr. Tim Grüttemeier, Städteregionsrat Aachen; Manfred Bausch, Vorsitzender Inklusionsausschuss.
Foto: Mareike Plate / LVR
Der LVR zeichnet Cornel Wachter für sein Wirken mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Kultur" aus.
Der zeitgenössische Kölner Künstler Cornel Wachter bezeichnet sich selbst als "Künstler ohne Werkverzeichnis". Das bedeutet nicht, dass er keine Werke schafft, aber er legt keinen Wert darauf, der Nachwelt ein gut sortiertes Oeuvre zu hinterlassen. Viel mehr will er im Hier und Jetzt wirken. Er mischt unterschiedliche Kunstrichtungen und verbindet sie mit seinem gesellschaftlichen Engagement als Akteur auf der künstlerisch-politischen, sozialen Bühne. Er setzt sich für die Entwicklung seiner Stadt und seines Stadtteils, der Kölner Südstadt, ein, fördert unter anderem schulische und kulturelle Projekte, mit denen er wertvolle Beiträge für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet.
Bild (v.l.n.r.): Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Cornel Wachter und Derya Karadag, Bürgermeisterin der Stadt Köln.
Foto: Annika Amzehnhoff / LVR
Der LVR zeichnet den 1. Baseball- und Softballclub Bonn Capitals e. V. für sein außergewöhnliches inklusives Engagement in den Bereichen Teilhabe in Gesellschaft, Politik und Kultur sowie inklusiver Sozialraum mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie „Gesellschaft“ aus.
Der 1. Baseball- und Softballclub Bonn Capitals e. V. steht seit vielen Jahren für sportliche Erfolge im Baseball und Softball und für Offenheit, Vielfalt und gelebte Gemeinschaft. Der Sportverein schafft Räume, in denen Menschen unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Herkunft oder persönlichen Lebensumständen zusammenkommen können. Das inklusive Angebot wird unter dem Motto „Zusammen einfach Spaß haben. Spaß ohne ausgeprägte Leistungsorientierung“ geführt und ermöglicht seit 2023 Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren mit und ohne Förderbedarf gemeinsam Sport zu treiben, voneinander zu lernen und miteinander zu wachsen. Inklusion begreift der Verein nicht als separates Projekt, sondern als selbstverständlichen Bestandteil des Vereinslebens. Zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich mit großem persönlichen Einsatz, investieren Zeit, Energie und Herzblut, um eine gleichberechtigte Teilnahme zu ermöglichen.
Bild (v.l.n.r.): Guido Déus, Oberbürgermeister der Stadt Bonn; Elfi Scho-Antwerpes, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Mirko Heid, 1. Vorsitzender von Bonn Capitals e. V.
Foto: Charlotte Mühlen / LVR
Der LVR zeichnet Dr. Jürgen Wegner für sein Wirken mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie „Kultur“ aus.
Bereits seit 1983 wird das LVR-Freilichtmuseum Kommern durch einen Förderverein ideell und finanziell unterstützt. Der Verein, der mit neun Personen startete, zählt heute 4.000 Mitglieder, die aus dem gesamten Bundesgebiet kommen. Der Förderverein unterstützt Projekte und Veranstaltungen des Museums mit großem Engagement.
Zudem ist der Förderverein eine wesentliche Säule des Veranstaltungsmanagements im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Hier übernimmt der Verein aufgrund der Unterstützung von Jürgen Wegner insbesondere bei den Großveranstaltungen viele Aufgaben. Ohne die ehrenamtlichen Aktivitäten wären die Programme in der Form, wie sie seit Jahren umgesetzt werden, nicht möglich, denn der Förderverein unterstützt nicht nur in kulinarischer Hinsicht bei der Bewirtung der Gäste, er bietet auch inhaltliche Attraktionen an und finanziert darüber hinaus großzügig Programmpunkte.
Bild (v.l.n.r.): Karin Fankhaenel, Vorstandsvorsitzende des Fördervereins Rheinisches Freilichtmuseum Kommern e.V.; Michael Fingel, Bürgermeister der Stadt Mechernich; Ralf Claßen, stellv. Landrat Kreis Euskirchen; Dr. Carsten Vorwig, Leitung des LVR- Freilichtmuseums Kommern; Dr. Jürgen Wegner; Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Dr. Corinna Franz, Leitung des LVR-Kulturdezernates.
Foto: Charlotte Mühlen / LVR
Der LVR zeichnet Hans-Dieter Remig für sein Wirken mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Kultur" aus.
Seit mehr als 30 Jahren widmet sich Remig mit großer Leidenschaft der Erforschung und Vermittlung lokaler Geschichte. Ein zentraler Ort seines Wirkens ist die Bonner Geschichtswerkstatt, in deren Vorstand er seit 1994 tätig ist und seitdem wichtige Impulse gesetzt hat. Die Geschichtswerkstatt initiierte unter anderem Projekte zur Geschichte des Ersten Weltkrieges und dessen Folgen für den Bonner Alltag, zu Bonn in den 1920er Jahren, zur Verfolgung und Ermordung der Beueler und Godesberger Juden im Nationalsozialismus oder zur Zwangsarbeit in Bonn. Als Mitinitiator und Mitbegründer der historischen Lesebücher hat Remig dazu beigetragen, Geschichte für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Doch Remig bringt darüber hinaus Geschichte zu den Menschen durch die Stadtteilführungen durch die Bonner Nordstadt. Er berichtet von den Menschen, die diese Stadt geprägt haben, und von den Veränderungen, die das Viertel durchlaufen hat. Remig macht Geschichte verständlich, zugänglich und lebendig, so dass die Bürger*innen ihre Stadt besser kennenlernen und ein Bewusstsein für ihre historischen Wurzeln entwickeln.
Bild (v.l.n.r.): Elfi Scho-Antwerpes, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Hans Dieter Remig; Gabriel Kunze, Bürgermeister der Stadt Bonn.
Foto: Mareike Plate / LVR
Der LVR zeichnete Georg Wimmers für sein Wirken mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Kultur" aus.
Georg Wimmers ist gebürtiger Wegberger und der Region treu stets treu geblieben. Nach seinem Lehramtsstudium war er an verschiedenen örtlichen Schulen tätig. In dieser Zeit entwickelte er ein breites musikalisches Interesse: Er leitete Chöre und spielte in mehreren Bands, die öffentlich und teilweise im Fernsehen auftraten. Dieses Engagement entwickelte sich um einen weiteren Mosaikstein, als Wimmers 1982 als Gründungsmitglied das Flachsmuseum aus der Taufe hob. Das Museum wurde nur wenige Jahre später um das Museum für europäische Trachten erweitert. Die Museen gewannen an Popularität und somit wuchs auch die Nachfrage nach Führungen, Lesungen, Vorträge, Mundartnachmittage oder die Offenen-Sing-Abende. Das Flachsmuseum hat sich unter der Führung von Georg Wimmers als Ort etabliert, in dem alle Altersklassen Einblick in die traditionelle Handwerkskunst erhalten sowie etwas über die Bedeutung nachhaltiger Produkte wie den Flachs lernen.
Bild (v.l.n.r.): Christian Pape, Bürgermeister der Stadt Wegberg; Frau Wimmers und Georg Wimmers; Elfi Scho-Antwerpes, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Erwin Dahlmanns, stellvertretender Landrat des Kreises Heinsberg.
Foto: Mareike Plate / LVR
Der LVR hat Albert Esser für sein Wirken mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Kultur" ausgezeichnet.
Esser hat sich seit der Schulzeit mit seiner Heimat Erftstadt-Blessem beschäftigt. Die Geschichte und Geschichten seines Ortes waren und sind ihm eine Herzensangelegenheit. So legte er Mikrostudien zu verschiedenen Facetten des Alltagslebens in Erftstadt-Blessem und in Erp vor. Esser stieß 2002 die Gründung eines eigenen Geschichtsvereins in Erftstadt an. Dahinter stand das Anliegen, andere Bürger*innen für das Alltagsleben und die Geschichte vor Ort zu begeistern. Über die Jahre ist durch das Engagement seines Gründers ein aktiver Verein entstanden, der jedes Jahr viele Menschen begeistert sowie durch Vorträge, Publikationen und Exkursionen Teilhabe ermöglicht.
Bild (v.l.n.r.): Johannes Bortlisz-Dickhoff, stellvertretender Landrat des Rhein-Erft-Kreises; Carolin Weitzel, Bürgermeisterin der Stadt Erftstadt; Albert Esser; Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland; Renate Esser.
Foto: Mareike Plate / LVR
Der LVR hat Helga Feuser-Strasdas für ihr Wirken mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Kultur" ausgezeichnet.
Mit der Auszeichnung wird ihr herausragendes Lebenswerk gewürdigt, das in besonderer Weise für die Bewahrung, Weiterentwicklung und Vermittlung der Glaskunst im Rheinland steht. Seit mehr als vier Jahrzehnten prägt sie mit ihrer künstlerischen und handwerklichen Arbeit öffentliche und private Räume und verbindet dabei traditionelle Techniken mit zeitgenössischer Gestaltung. Darüber hinaus engagiert sie sich intensiv für die Weitergabe ihres Wissens an nachfolgende Generationen sowie für die Vernetzung der Glaskunstszene. Ihr langjähriges Wirken im Umfeld des Glasmuseums Rheinbach und ihr Einsatz für die kulturelle Bildung haben die Wahrnehmung dieser Kunstform nachhaltig gestärkt. Helga Feuser-Strasdas vereint auf diese Weise Kunst, Handwerk und kulturelles Engagement.
Bild (v.l.n.r.): Notburga Kunert, stellvertretende Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises; Helga Feuser-Strasdas; Elfi Scho-Antwerpes, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Dr. Daniel Phiesel, Bürgermeister der Stadt Rheinbach.
Foto: Charlotte Mühlen / LVR
Der LVR hat Günter Krings für sein ehrenamtliches Wirken den Rheinlandtaler in der Kategorie "Kultur" verliehen.
Krings engagiert sich in vielfältiger Weise in der Heimatforschung, dem Naturschutz und der Landschaftspflege. Er forscht zur regionalen Geschichte und Natur, veröffentlicht seine Erkenntnisse regelmäßig und hält Vorträge, um das „Eifeler Platt“ als regionale Mundart lebendig zu erhalten. Als Zeitungs- und Buchautor hat er Plattgeschichten aus dem Monschauer Land sowie zahlreiche alte Fotos veröffentlicht die sich der Landwirtschaft, dem kirchlichen Leben und einfachen Alltagsbegebenheiten widmen. Neben der Geschichte und der Sprachpflege engagiert sich Krings in der Vogelbeobachtung im Monschauer Land und bietet unter anderem regelmäßige Exkursionen an.
Bild (v.l.n.r.): Marie-Theres Sobczyk, stv. Städteregionsrätin der Städteregion Aachen; Pauline Krings; Günter Krings, neuer Träger des Rheinlandtalers; Karin Schmitt-Promny M.A., stv. Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Helmut Kaulard, stv. Bürgermeister der Gemeinde Simmerath; Dr. Carmen Krämer, Bürgermeisterin Stadt Monschau.
Foto: Mareike Plate / LVR
Der LVR zeichnete Marlies Pasch aus Willich für ihr Wirken mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Kultur" aus.
Sie engagiert sich seit vielen Jahren für den Anrather Bürgerverein. Unter ihrer Leitung ist der Verein nicht nur Bewahrer von Traditionen, sondern tragende Säule der Kunst-, Kultur- und Geschichtspflege in Anrath und eine lebendige und kreative Kraft. Ein wichtiges Projekt des Vereins ist das Anrather Heimatbuch. Es erscheint jährlich seit 1978. Unter der Mitwirkung von Pasch wurde es zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk und zugleich zu einer lebendigen Chronik des Ortes. Auch für die Pflege der regionalen Mundart, des „Anrötsch Platt“ setzt Pasch sich ein und hat dafür den Mundartstammtisch ins Leben gerufen.
Bild (v.l.n.r.): Christian Pakusch, Bürgermeister der Stadt Willich; Marlies Pasch, Vorsitzende des Anrather Bürgervereins; Karin Schmitt-Promny M.A., stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland; Bennet Gielen, Landrat des Kreises Viersen; Claudia Poetsch aus Willich.
Foto: Mareike Plate / LVR
Der LVR hat den Verein THEAS – Theaterschule und Theater für sein gesellschaftliches Engagement mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Gesellschaft" ausgezeichnet.
Das THEAS ist seit vielen Jahren ein wichtiger kultureller Treffpunkt in Bergisch Gladbach. Das Theater wurde 2008 gegründet und wird seit 2010 vom gemeinnützigen Verein THEAS Theaterschule und Theater e. V. getragen. Besonders hervorzuheben ist das gesellschaftliche Engagement des Vereins: Im THEAS kommen Menschen mit und ohne Behinderung ebenso zusammen wie Menschen mit und ohne Fluchterfahrung.
Bild (v.l.n.r.): Brigitta Opiela, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Bergisch Gladbach; Christoph Overbeck, Vorsitzender des THEAS – Theaterschule und Theater e. V.; Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland; Claudia Timpner, Intendantin des THEAS – Theaterschule und Theater e. V.; Peter Lautz, stellvertretender Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises.
Foto: Charlotte Mühlen / LVR
Der LVR hat das Bündnis „Köln stellt sich quer“ am Internationalen Tag gegen Rassismus mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie "Gesellschaft" ausgezeichnet. Mit der Ehrung würdigt der LVR das langjährige zivilgesellschaftliche Engagement des Bündnisses.
Seit 2008 engagieren sich Vertreter*innen aus Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, demokratischen Parteien im Kölner Rat, Vereinen, Verbänden und Bürgerinitiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. Durch Informationsarbeit, Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Protestaktionen setzt das Bündnis immer wieder sichtbare Zeichen für Demokratie und Vielfalt in der Stadt Köln.
Foto: Charlotte Mühlen / LVR